St. Josefs-Geburtshilfe bundesweit führend bei Wassergeburten

Über 10 Prozent der Babys kommen in Salzkotten im Wasser zur Welt 
Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 2 Prozent

Salzkotten. Obwohl der Wunsch nach einer Wassergeburt bei werdenden Müttern groß ist, kommen laut einer Statistik des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesund-heitswesen (IQTIG) in Deutschland weniger als zwei Prozent der Babys in einer Gebärbadewanne zur Welt. Im St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten ist das anders. Hier entbindet durchschnittlich jede zehnte Frau in der Wanne, in 2019 sind es bislang sogar 15 Prozent. Damit ist die Salzkottener Geburtshilfe ein bundesweiter Spitzenreiter auf diesem Gebiet.

„Bei uns wünscht sich jede zweite Frau eine Wassergeburt“, erzählt Karina Brüggemeier, Hebammensprecherin am Salzkottener Krankenhaus. Und tatsächlich gebe es nur wenige Kriterien, die dagegen sprechen: So sei der Allgemeinzustand von Mutter und Kind einer der entscheidenden Punkte. Hat das Baby schlechte Herztöne oder liegt verkehrt im Mutterleib, kann nicht im Wasser entbunden werden. Auch eine Frau, die sich eine PDA, also eine rückenmarksnahe Betäubung zur Linderung des Wehenschmerzes, wünscht oder eine Unterstützung der Wehentätigkeit per Wehentropf benötigt, kann ihr Kind nicht im Wasser bekommen. Ansonsten spricht wenig gegen eine Geburt in der Badewanne. Im Gegenteil, betont Hebamme Brüggemeier: „Viele Frauen empfinden das warme Wasser während der Geburt als sehr angenehm, entspannend und entkrampfend. Auch erfahren sie dadurch eine erhebliche, natürliche Schmerzerleichterung unter der Geburt.“ Außerdem gebe es bei einer Geburt im Wasser in der Regel weniger Geburtsverletzungen. Christine Schmücker, Leitende Oberärztin der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten, sieht ebenfalls viele Vorteile: „Die Frauen sind in der Badewanne deutlich beweglicher als auf einem Kreißbett“, so ihre Erfahrung. Eine Wassergeburt verlaufe zudem sehr selbstbestimmt. Und auch für die Kinder sei es ein sehr sanfter Übergang: Der Temperaturunterschied von ca. 37°C im Bauch der Mutter ins warme Wasser ist viel geringer als zur Kreißsaal-Luft, die je nach Jahreszeit zwischen 22 - 28 °C misst. Auch das umgebende Element Wasser bleibt für die Kinder erstmal gleich, bevor sie „an Land“ kommen. Das lindert den Geburtsstress.
Warum bei so vielen Vorteilen in anderen Geburtshilfeabteilungen so wenige Kinder im Wasser zur Welt kommen, erklären die beiden erfahrenen Geburtshilferinnen wie folgt: „Eine Wassergeburt ist sehr betreuungsintensiv. Es muss immer jemand dabei sein.“ Aufgrund des Beleghebammensystems am St. Josefs-Krankenhaus ist das möglich.
Trotz der wenigen Wassergeburten in anderen Krankenhäusern werben viele Geburtskliniken mit dieser Möglichkeit. „Die Frauen sollten sich hier nicht auf den äußeren Schein verlassen, sondern aktiv hinterfragen, wie viele Wassergeburten die Klinik tatsächlich hat“, betont Schmücker. Fünf Prozent seien schon eine sehr gute Quote, die mehr als zehn Prozent am St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten ein absoluter Spitzenwert im Deutschlandvergleich.
Die vielen Wassergeburten leistet das St. Josefs-Team derzeit übrigens mit nur einer Ge-burtsbadewanne. Eine zweite ist bereits genehmigt, so dass in Salzkotten bald noch mehr Babys im Wasser geboren werden können.

Die St. Josefs-Geburtshilfe im Überblick

  • Jährlich kommen im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten über 850 Kinder zur Welt
  • Das Beleghebammensystem gewährleistet den werdenden Eltern eine 2:1-Betreuung unter der Geburt, d.h. eine Hebamme ist in St. Josefs gleichzeitig für maximal zwei Frauen verantwortlich.
  • Neben der hohen Quote an Wassergeburten beeindruckt die Abteilung mit einer niedrigen Kaiserschnittrate von lediglich 19,8 Prozent (Bundesschnitt: 32 Prozent)
  • Die Zufriedenheit der Frauen mit der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus ist ext-rem hoch: 98 Prozent der Frauen vergaben die Noten „gut“ und besser - 64 Prozent davon sogar „sehr gut“. Diese Informationen stammen aus einer Zufriedenheitsbefragung, für die insgesamt 679 Frauen befragt wurden.